Im gestrigen Schulausschuss in Langenfeld standen zentrale Fragen der zukünftigen Schulentwicklung auf der Tagesordnung. Neben Planungen für die Grundschulen und das Gymnasium nahm insbesondere die Diskussion um die Erweiterung der weiterführenden Schulen – allen voran der Prismaschule – breiten Raum ein.
Ausführlich vorgestellt wurden aktuelle Geburten- und Schülerprognosen. Nach Darstellung der Verwaltung sind die Schulen derzeit zwar ausgelastet, jedoch nicht überlastet. Perspektivisch sei sogar mit sinkenden Zahlen zu rechnen, sodass mittelfristig einzelne Züge wieder reduziert würden.
Auf Grundlage von aktuell 603 Anmeldungen ergibt sich folgende – laut Verwaltung derzeit unausweichliche – Zügigkeit:
Konrad-Adenauer-Gymnasium: 7-zügig
Prismaschule: 6 zügig (künftige Prognose ggf. 7 zügig?)
KOP: 5-zügig (künftige Prognose ggf. 6 zügig?)
BVA: 5-6 zügig
Mittelfristig, so die Prognose, würden die Zahlen wieder sinken, sodass jede Schule perspektivisch wieder Züge abbauen könne.
Um belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen, plant die Verwaltung, einen externen Dienstleister mit einer umfassenden Erhebung zu beauftragen. Die dafür vorgesehenen Mittel sollen über einen Nachtragshaushalt in Höhe von 100.000 Euro bereitgestellt werden. Die Ergebnisse sollen in mehrfacher Hinsicht als Grundlage für weitere Beschlüsse dienen.
Ungeachtet der prognostizierten Entspannung treibt die Verwaltung umfassende Erweiterungspläne insbesondere für die Prismaschule voran. Vorgesehen sind die Neugestaltung des Schulhofs, ein Neubau für die Sekundarstufe I auf einem gegenüberliegenden Parkplatz, die Verlagerung eines Sportplatzes inklusive neuer Infrastruktur und Schallschutzmaßnahmen, ein Neubau für die Sekundarstufe II sowie zwei zusätzliche Sporthallen.
Hinzu kommt eine veränderte Verkehrsführung: Die Fröbelstraße soll künftig nicht mehr als Durchfahrtsstraße genutzt werden, zudem sind Fragen zur Anbindung des neuen Sportplatzes noch offen.
Konkrete Zahlen liegen bislang für Planung und Bau der Sekundarstufe I vor – knapp 30 Millionen Euro. Insgesamt könnte das Projekt nach ersten Schätzungen ein Volumen von 80 bis 90 Millionen Euro erreichen.
In der Sitzung machte Bürgermeister Wenzens deutlich, dass er von den Fraktionen erwartet, bereits in der kommenden Woche im Haupt- und Finanzausschuss die ersten aufgeführten Ausgaben – also Planungskosten für mehrere Projektbestandteile sowie die Baukosten für den Neubau der Sekundarstufe I – in den Nachtragshaushalt aufzunehmen. Diese sollen dann innerhalb von rund drei Wochen durch den Rat beschlossen werden.
Kritische Stimmen könnten anmerken, dass mit der Bewilligung der Planungskosten faktisch eine Vorfestlegung verbunden sein könnte: Ist die Planung erst einmal beschlossen und finanziert, erscheine eine spätere Abkehr vom Gesamtprojekt politisch wie praktisch kaum noch realistisch. Damit, so die Befürchtung, würden zukünftige Kontroversen deutlich erschwert oder faktisch ausgehebelt.
Deutlich wurde im Verlauf der Sitzung auch, dass die politischen Fraktionen in dieser Frage keineswegs geschlossen auftreten. Einige Vertreterinnen und Vertreter positionierten sich klar und erklärten, dem Projekt in der vorliegenden Form nicht zustimmen zu wollen. Andere äußerten sich zurückhaltender, blieben in ihren Formulierungen vage und vermieden eine eindeutige Festlegung. Wiederum andere signalisierten grundsätzlich Zustimmung zu den Plänen, ohne sich jedoch konkret zu Details, Kosten oder zeitlicher Abfolge zu positionieren. Insgesamt hinterließ die Debatte den Eindruck eines politisch gespaltenen Ausschusses, in dem die endgültige Mehrheitsfindung noch offen ist.
Für zusätzliche Brisanz sorgte die Debatte um die seit Jahren diskutierte Sporthalle an der KOP. Ein Antrag der FDP sah vor, die Machbarkeitsstudie wieder in den Haushalt aufzunehmen, das Projekt endlich umzusetzen und ihm eine klare Priorität einzuräumen.
Bürgermeister Wenzens erklärte hierzu sinngemäß, dieses Thema sei derzeit nicht relevant. Er stellte darüber hinaus in Aussicht, einen entsprechenden Beschluss nicht umzusetzen, sollte dieser gefasst werden.
Diese Aussage sorgte für erhebliches Befremden – sowohl bei Vertreterinnen und Vertretern der Politik als auch bei anwesenden Bürgerinnen und Bürgern. Denn ein solcher Hinweis berührt den Kern kommunaler Entscheidungsstrukturen: Beschlüsse des Rates sind grundsätzlich umzusetzen. Die Ankündigung, einen demokratisch gefassten Beschluss gegebenenfalls nicht auszuführen, wurde daher von mehreren Seiten als problematisch und dem Amt nicht angemessen bewertet.
Unabhängig von der inhaltlichen Position zur Sporthalle blieb vor allem der Ton und die Deutlichkeit der Aussage in Erinnerung. Viele Anwesende äußerten im Anschluss, dass eine diplomatischere Einordnung der Prioritäten – etwa unter Hinweis auf finanzielle Zwänge oder zeitliche Staffelungen – deutlich konstruktiver gewirkt hätte.
Die Langenfelder Bildungslandschaft steht aktuell vor vielfältigen Herausforderungen – gleichzeitig zeigen viele Entwicklungen, dass aktiv an Lösungen gearbeitet wird.